


In
den ersten Frosttagen wandern viele Igel noch im Freien umher. Oft nehmen
Tierfreunde die scheinbar hilflosen Tiere auf. Der Deutsche Tierschutzbund
warnt jedoch vor gutgemeinter, aber falsch verstandener Tierliebe.
Sollten Sie in den Herbsttagen einen Igel tagsüber sehen, beobachten
Sie ihn zunächst aus sicherer Entfernung. Nicht immer braucht ein solches
Tier Hilfe. Nur stark untergewichtige, verletzte oder kranke Igel sind wirklich
hilfsbedürftig. Kranke oder verletzte Igel erkennt man beispielsweise
daran, dass sie am Tag herumliegen, mager sind und sich apathisch verhalten.
Auch Tiere, die noch bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke draußen
herumlaufen, sind meist krank oder geschwächt. Oft sind es Jungtiere,
die zu spät geboren wurden, um sich noch ein ausreichendes Winterfettpolster
anzufressen. Igel, die im November noch deutlich unter 500 Gramm wiegen, haben
ohne Zufütterung kaum eine Überlebenschance.
Bei einem solchen geschwächten Igel gilt: Vorsichtig aufnehmen und zum
Tierarzt bringen oder im nächsten Tierheim (Landkreis Bautzen: Tierheim
Bautzen-Bloaschütz ) in Obhut geben. Dort gibt es Tipps für die
weitere Behandlung und besonders für die Nahrungsauswahl. Denn falsche
Ernährung kann das Todesurteil für einen Igel bedeuten. Das sicher
gut gemeinte Schälchen warme Milch am Morgen kann dem Igel den Tod bringen.

